Es gibt noch mehr als Gold, Silber und Bronze (09.04.2012)

Wie schon FCO-Präsident Waldemar Krug im Vorfeld der Kadetten- und Junioren-WM in Moskau sagte, es ist im Fechten viel von der Tagesform abhängig. Und gerade bei den jungen Athleten können diese eben durchaus schwanken. Dabei fechten die Offenbacher Degenspezialisten schon über die gesamte Saison auf höchstem Niveau. Im Sport zählt zum Sieg eben oft auch ein Quäntchen Glück, dass man sich freilich erst erarbeiten muss. Erarbeitet haben es die WM-Teilnehmer Abigail Stech, Nadine Stahlberg, Florina Plachta und Nikolaus Bodoczi gewiss. In Moskau hat es dennoch nicht zum Podestplatz gereicht. Dennoch, allein eine Teilnahme an einer Weltmeisterschaft ist aller Ehren wert. Und da muss ich jetzt mal für die Sportler eine Lanze brechen. Wer neben Abitur und Klausuren noch die Zeit findet, sich intensiv auf eine WM vorzubereiten und bei dieser nicht sang- und klanglos unterzugehen, der hat – in meinen Augen – schon Großes vollbracht. Zudem ist eben nicht jeder Tag gleich, nicht jedes Gefecht läuft wie gewünscht. Und in Offenbach sind wir Fechter mit Erfolgen doch verwöhnt. Sind unsere Ansprüche da nicht etwas zu hoch? Wie immer liegt die Wahrheit sicherlich in der Mitte. Ohne hoch gesteckte Ziele kann man nicht weiterkommen, kann man sich nicht entwickeln. Man muss aber ebenso reflektieren, was die FCO-Sportler leisten. Wir haben Turniersiege und Podestplätze en Masse feiern dürfen und dürfen diese Saison sicherlich noch weitere feiern. Vor diesem Hintergrund muss man auch die Platzierungen bei der Kadetten- und Junioren-WM einordnen. Fakt ist, dass Nikolaus, Florina, Nadine und Abigail auf der Planche alles gegeben haben und definitiv selbst ihre größten Kritiker sind. Man darf aber zudem nicht vergessen, in Moskau hat sich die Weltelite versammelt. Es waren Gefechte auf hohem Niveau bei denen Kleinigkeiten den Unterschied machen. Und wenn man nun auf Moskau zurückblickt, dann haben die Offenbacher die deutschen Farben würdig vertreten. Nadine Stahlberg hat mit Platz 14 bei den Junioren das beste Ergebnis einer deutschen Degenfechterin erzielt. Dabei ist sie nur knapp der Chinesin Yixuan Xiang mit 14:15 unterlegen. Es ist manchmal eben nur ein Treffer, der den kleinen, aber entscheidenden Unterschied macht. Aber auch im Teamwettbewerb erreichten die Damen Rang elf. Zwei der vier eingesetzten Fechterinnen stammen vom FCO. Und man kann es nicht oft genug betonen, es war eine Weltmeisterschaft. Sprich die Offenbacher haben maßgeblichen Anteil daran, dass Deutschland zur Elite der Fechtszene gehört. Die WM hat gezeigt, um den Fechtsport in Deutschland und insbesondere in Offenbach, muss einem nicht angst und bange sein. Was nämlich allzu schnell in Vergessenheit gerät. Nikolaus Bodoczi hat noch ein Jahr bei den Junioren. Florina Plachta darf noch zwei Jahre antreten, Abigail Stech gar drei und Nadine Stahlberg noch ein weiteres viertes Jahr – darf sogar noch bei den Kadetten auf die Planche gehen.