Geplatzte Medaillenträume in Moskau (06.04.2012)

Offenbachs Fechter reisten mit hohen Erwartungen nach Moskau zur Kadetten- und Junioren-WM. Nach dem bei den Kadetten keine Medaille heraussprang, verpassten auch die Junioren das Siegerpodest deutlich. Nadine Stahlberg erreichte mit Rang 14 noch die beste deutsche Platzierung bei den Degenfechtern. Florina Plachta kam auf Rang 23, Nikolaus Bodoczi scheiterte gar in der ersten KO-Runde. Waren die Erwartungen nach dem erfolgreichen Abschneiden bei der EM vor Monatsfrist doch zu hoch? Aber wie schon FCO-Präsident Waldemar Krug im Vorfeld der WM sagte, es ist im Fechten viel von der Tagesform abhängig. Und gerade bei den jungen Athleten können diese eben durchaus schwanken.
Dabei starteten die Damen gut in das Turnier. Stahlberg gewann in der Vorrunde vier ihrer fünf Gefechte, Plachta fünf aus sechs. Damit waren beide von der ersten KO-Runde befreit und fanden sich im 64er-KO wieder. Die Offenbacherinnen ließen auch hier keine Zweifel an ihren Ambitionen auf die vorderen Plätze. Sowohl Stahlberg (gegen Anna Kolczonay / Ungarn) als auch Plachta (gegen Elisabet Johnsen Lind / Norwegen) gewannen 15:11, dabei lag Plachte bereits 9:11 zurück. Während die jüngere Stahlberg in der nächsten Runde auch die Spanierin Berta Pena mit 15:10 von der Planche schickte, musste die zwei Jahre ältere FCO-Akteurin die Segel streichen. Gegen die Estin Katrina Lehis unterlag sie 10:15.
Gleiches Schicksal ereilte Stahlberg eine Runde später. Gegen die Chinesin Yixuan Xiang führte die Offenbacherin 12:11, konnte nach dem 13:14-Rückstand noch den Ausgleich erzielen. Im anschließenden Sudden-Death konnte sie das Momentum jedoch nicht nutzen und unterlag unglücklich 14:15.
Die erfahrenste deutsche Athletin, Stpehanie Suhrbier (OFC Bonn), erreichte nur Rang 50.
Offenbachs männlicher Vertreter, Nikolaus Bodoczi, musste bereits in der Vorrunde in sechs Gefechten ungewohnt häufig die Planche als zweiter Sieger verlassen. Nur drei Erfolge gelangen dem vor der WM als Titelkandidaten gehandelten FCO-Talent. Im 128er-KO lag Bodoczi gegen den Italiener Andrea Vallosio bereits 4:8 im Hintertreffen, glich zum 9:9 und 12:12 aus. Am Ende stand er nach dem 13:15 des Italiners jedoch mit leeren Händen und einem für ihn enttäuschenden 89. Platz da.
Weltmeister wurde der Koreaner Sangyoung Park, der sich gegen den Ungarn Daniel Barta durchsetzte. Die deutschen Richard Schmit (Tauberbischofsheim) und Maxim Danilejko (Heidenheim) belegten die Plätze 43 und 83.
Die Hoffnung auf eine vordere Platzierung im Teamwettbewerb am Sonntag reduzierte sich nach den Einzelergebnissen auf ein Minimum. Damit bleibt Bodoczi im kommenden Jahr bei erfolgreicher Qualifikation im Kampf um Medaillen bei Junioren-Weltmeisterschaften nur noch eine Chance auf den Titel.
Mehr Hoffnungen haben da die Damen, die ebenfalls am Sonntag den Teamwettkampf austragen. Zu rechnen ist hier vor allem mit den Chinesen, die gleich drei Fechterinnen im Einzelwettkampf unter den ersten sieben platzierten. Die Offenbacher Damen zählen aber auch noch zu den jüngeren Teilnehmern. Plachta darf noch zwei Jahre bei den Junioren antreten, Stahlberg gar vier.