Haller dank taktischer Meisterleistung im Finale

FCO-Fechter trotz Rückenschmerzen auf Rang zwei / Offenbacher Finalduell bei den Damen

Während die Junioren und Kadetten bei den Weltmeisterschaften in Moskau um die Medaillen kämpfen, ging es für die Aktiven um den Leverkusener Degenpokal. Erstmals in dieser Saison schickten die Offenbacher mehr Herren als Damen auf die Planche. Mit Rudolf Haller, Lars Langguth und Frederic Peignet konnten gleich drei Fechter sich in den Top Ten platzieren. 

Bester Offenbacher war dabei Haller auf Rang zwei, trotz Rückenschmerzen. „Ich hatte mich in der zweiten Runde des Turniers durch eine falsche Bewegung im Rückenbereich verrenkt. Nach Beendigung der zweiten Runde hatte ich einige Übungen gemacht, die kurzfristig halfen, aber so schnell gingen die Schmerzen dann doch nicht weg“, erklärte Haller. Aufgeben kam für ihn jedoch nicht infrage. Allerdings musste der FCO-Akteur taktisch umdenken. „Somit entschied ich mich die Gegner zu Fehlern zu zwingen, indem ich selbst wenig von mir zeigte, um meine Absichten nicht zu verraten“, resümierte er. Mit Erfolg, wie sich zeigte. Im Viertelfinale musste dies dann auch Vereinskollege Lars Langguth spüren. Nach einem weiteren Erfolg im Halbfinale fand sich Haller im Kampf um Platz eins wieder. „Der Gegner war nicht schlecht, aber auf jeden Fall schlagbar. Er war schnell und spritzig. Genau das hat in dem Moment gegen mich gereicht“, kommentierte Haller die 15:8-Finalniederlage gegen den Luxemburger Michel Colling und ergänzte: „Doch wenn ich bedenke mit welchem Problem ich am Ende den zweiten Platz erreicht habe, kann ich voll und ganz zufrieden mit mir sein.“

Lars Langguths Weg ins Viertelfinale führte zuvor über den Hoffnungslauf, bei dem er sich souverän durchsetzte. Dieses Kunststück gelang Sebastian Bartsch nicht. Mit einer Niederlage im 32er-KO und einem Sieg ging es in einem weiteren Gefecht für den Offenbacher um den Verbleib im Turnier. Nach einer weiteren Niederlage musste Bartsch das Turnier jedoch auf Platz 23 beenden. Dafür schaffte der französische Gaststudent Frederic Peignet in seinem zweiten Turnier für den FCO erneut eine vordere Platzierung. Nach dem er schon in Berlin bester Offenbacher war, gelang ihm diesmal Rang sieben. Im Viertelfinale scheiterte auch er mit 8:15 an Colling.  Olaf Klein und Daniel Sandmann mussten bereits nach der Vorrunde den Degen wieder einpacken und belegten die Plätze 62 und 64. 

Erfolgreich gingen auch die Offenbacher Damen auf die Planche. Sarah Neder beendete die Vorrunde ohne Niederlage, unterlag aber dann Zeyno Genkertepe (Hamm) 13:15 und der Bonnering Simone Keinburg (11:15) und musste damit die Segel im 32er-KO streichen und sich mit Platz 25 begnügen. Dafür machten Laura Kieslich und Christine Stoppel im vereinsinternen Duell Platz eins und zwei unter sich aus. „Das Finale gegen Tine war natürlich unser Traumfinale“, erklärte Kieslich. „Wir waren beide so glücklich, als es so gekommen ist, wie wir es erhofft hatten. Wir wollten beide aber dann natürlich auch gewinnen“, ergänzte sie. Die jüngere der beiden Offenbacherinnen musste sich zuvor über den Hoffnungslauf für die Runde der letzten acht qualifizieren. „Ich bin von Anfang an gut reingekommen in das Turnier, habe mich nicht lange über Fehler geärgert. Daher habe ich auch den Hoffnungslauf ganz gelassen gesehen“, so Kieslich, die mit zwei klaren 15:9-Erfolgen keine Zweifel am eigenen Turnierverbleib ließ. Kurios wurde es jedoch im Halbfinale. Gegen Lina Schneider (Bayer Leverkusen) kam Kieslich in neun Minuten nur zu drei Treffern, ließ ihrerseits jedoch nur zwei zu. Klarer gestaltete da die zweite FCO-Vertreterin Christien Stoppel ihren Finaleinzug. Dem 15:10-Erfolg im Viertelfinale folgte ein deutliches 15:8 über Inga Schmold vom Neußer SV. Im Finale wollten die Offenbacherinnen dann offensichtlich dem Turnier einen dramatischen Abschluss bieten. Keine der Fechterinnen konnte das Gefecht dominieren, am Ende musste beim Stand von 14:14 der Sudden-Death die Entscheidung bringen. Kieslich behielt die Nerven, setzte den entscheidenden Treffer und gewann am Ende mit dem nötigen Quäntchen Glück 15:14.

Bei den Junioren musste Inken Opiolka bereits nach der Vorrunde mit Platz 34 im Gepäck die Heimreise antreten.