Erste Weltcupmedaille nur ein Etappenziel für Bodoczi (06.02.2012)

Offenbacher Damen scheitern an israelischem Talent Komarov

In Göteborg sprang der Offenbach Nikolaus Bodoczi beim Junioren-Weltcup der Degenfechter auf das Podium. „Das war ein wichtiges Etappenziel auf dem Weg zum erneuten WM-Sieg, die erste Weltcupmedaille“, so Bodoczi zu seinem dritten Platz bei der Vigor Challenge.
Der zeigte von Beginn an eine konzentrierte Leistung, musste in der Vorrunde nur ein Gefecht verloren geben. Im 64er-KO setzte er sich 15:8 gegen den Spanier Yulen Pereira durch. Ein denkbar knappes Gefecht gegen den Finnen Kasper Roslander entschied der Hesse im Sudden-Death mit 15:14 für sich. „Ich hab den ganzen Tag sehr stark gekämpft, besonders in den wichtigen Situation, und ich war derjenige, der in dem einen oder anderen Gefecht noch mehr den Sieg wollte als der Gegner“, kommentierte Bodoczi die engen Gefechte. „Damit hab ich die taktischen und technischen Fehler, die mir leider ab und zu unterlaufen sind, wett gemacht!“, blieb er aber selbstkritisch. Nach einem weiteren Erfolg gegen Lorenzo Buzzi (Italien) sicherte sich Bodoczi die Viertelfinalteilnahme. Mit 15:13 behielt er auch gegen den nächsten Italiener Tomaso Melocchi die Oberhand. Im Halbfinale war es dann aber der leicht favorisierte Brite Jack Hudson, der mit 15:11 Bodoczis Einzug ins Finalgefecht verhinderte. „Die Gesamtleistung war sehr stark von mir, mein Kopf hat auf der Bahn sehr gut funktioniert! Komplett zufrieden bin ich durch die Niederlage natürlich nicht, denn auch dieses Gefecht hätte ich gewinnen können. Doch ich vermute, der letzte Biss hat gefehlt, wobei ich dieses Gefecht bis jetzt noch nicht genau analysiert habe“, reflektierte der Offenbacher den Wettkampf. Besser waren nur die Briten Philip Marsh und Jack Hudson.
Durch den Erfolg kletterte Nikolaus Bodoczi in der deutschen Rangliste der Junioren auf Platz zwei. Für den dritten Platz in Göteborg bekam das FCO-Talent 20 Punkte, hat nun mit 74,8 nur noch vier Punkte Rückstand auf den Ranglistenersten Richard Schmidt (FC Tauberbischofsheim), der mit acht Zählern aus Schweden zurückkehrte. „Jetzt heißt es allerdings wieder Arsch runter und weiter arbeiten, denn mit diesem Erfolg von gestern kann ich weiter arbeiten und dem nächsten WM-Titel ein ganzes Stück näher kommen“, blickt Bodoczi bereits auf die Weltmeisterschaft in Moskau Ende März.
Erfolgreich in Göteborg waren auch die Offenbacher Damen, die ebenfalls mit dem Degen auf die Planche gingen.
Florina Plachta war nach der Vorrunde auf Platz fünf gesetzt. Mit einem souveränen 15:8-Erfolg gegen die Spanierin Sara Fernandez Calleja qualifizierte die Offenbacherin sich für die nächste KO-Runde. Die zweite Offenbacherin, Nadine Stahlberg setzte sich gegen die Schwedin Jeanette Karlsson durch. Vereinskollegin Benita Marxunterlag der Israelin Alona Komarov denkbar knapp 14:15 und beendete den Wettkampf auf Platz 46.
Im 32er-KO traf Plachta auf die Französin Alessia Hughes. Die Hessin behielt mit 14:13 die Oberhand. Eine Runde später musste aber auch sie dem israelischem Talent Komarov  den Vortritt lassen. Die erst 15-jährige Israelin gewann 15:7 und Plachta nimmt Platz elf mit zurück auf die Heimreise.
Die dritte FCO-Athletin, Nadine Stahlberg, marschierte nach dem Erfolg im 64er-KO mit weiteren Siegen gegen Giorgia Pometti (15:5) und die nach der Vorrunde auf Platz vier geführte Amerikanerin Isabella Barna (15:8) durch bis ins Viertelfinale. Hier traf auch sie auf die Israelin Komarov, die mit 15:12 erneut eine Offenbacherin bezwang.
Gewonnen hat das Turnier jedoch die Italienerin Alberta Santuccio. Stahlberg auf sechs nimmt 14 Ranglistenpunkte mit nach Hause. Plachta immerhin derer acht Punkte, Marx zwei Punkte. Damit verkürzte Stahlberg den Rückstand auf die Ranglistenerste Stephanie Suhrbier (OFC Bonn) auf 15 Punkte. Florina Plachta folgt mit 66,4 Punkten auf Platz vier. Benita Marx rangiert nun in der Rangliste auf Platz acht.
„Zu meinem Erfolg kam noch der Erfolg der Mädchen dazu, das gestaltet das Wochenende für den Fechtclub Offenbach natürlich grandios“, ist Bodoczi glücklich über das erfolgreiche Wochenende.