Bodoczi: „Bin in Deutschland eine Klasse für mich“ (02.12.2012)

Offenbacher Fechter wird deutscher Juniorenmeister / Herrenteam holt Silber, Damen Bronze

Offenbachs Ausnahmetalent Nikolaus Bodoczi strotzt nur so vor Selbstvertrauen. „Ich glaube es ist nicht übertrieben zu sagen, dass ich in Deutschland momentan eine Klasse für mich bin!“, sagte der 19-jährige Degenfechter nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft der Junioren. Für Bodoczi war es die letzte Chance den Titel zu gewinnen, nächstes Jahr darf ist er für die Altersklasse zu alt. In den vergangenen Jahren dominierte er in der Altersklasse. Der Sieg in Leverkusen ist nach 2009 und 2010 bereits der dritte Titelgewinn. Im Vorjahr belegte er Rang drei, siegte aber mit der Mannschaft.
Dabei lief es in diesem Jahr anfangs nicht wie gewünscht. „Bis auf das Finale habe ich schlecht gefochten. Weder taktisch noch physisch habe ich in meinen Rhythmus finden können“, ging Bodoczi hart mit sich selbst ins Gericht. „Das Halbfinale und Finale waren hingegen schon sehr stark“, sieht er eine Leistungssteigerung im Turnierverlauf.
Aufgrund der bisherigen Saisonergebnisse war der Offenbacher von der Vorrunde befreit, musste in der KO-Phase in den Gefechten lange kämpfen und konnte, abgesehen vom 64er-KO zunächst nicht die erwartet klaren Resultate erzielen. In der Runde der letzten 16 musste er sich dann Moritz Weitbrecht vom UFC Frankfurt mit 10:15 geschlagen geben. Über den Hoffnungslauf kämpfte sich Bodoczi zurück in den Wettkampf. Gegen Julian Schuhmann (Essen) profitierte Bodoczi gegenüber dem zwei Jahre jüngeren Fechter von seiner Erfahrung. Mit zwei 15:11 Siegen über Noe Walter vom Osnabrücker SC und Arne Richter (Segeberg) zog Bodoczi ins Halbfinale ein. In diesem traf er erneut auf Weitbrecht, wurde diesmal seiner Favoritenrolle gerecht und bezwang den Frankfurter deutlich mit 15:8. Im Finalgefecht schlug er dann den Heidenheimer Florian Maunz.
Der zweite Offenbacher, Maximilian Mészáros, musste nach der Vorrunde den Degen in die Ecke stellen. Der 14-Jährige belegte nach drei Siegen aus sechs Gefechten Platz 69.
Eine Überraschung gab es bei den Damen, die in Waldkirch den Junioren-Meister ermittelten. Siegerin wurde die erst 16-jährige Anna Hornischer (Heidenheim) vor Janna Reimer (Bonn). Beste Offenbacherin wurde Benita Marx auf Rang drei. Nadine Stahlberg belegte Platz sieben, Florina Plachta Platz neun. Während Inken Opiolka und Sophie Kaschky die KO-Phase verpassten, erreichten Abigail Stech und Noémi Mészáros die Plätze 25 und 45.
Marx stieg wie Stahlberg und Plachta erst in der KO-Phase ein. Die ersten Duelle gewann sie klar 15:8 und 15:5. Auch Ya Li Du (15:12) und Henrike Enders (15:13) konnten die FCO-Fechterin nicht stoppen. Ins Viertelfinale zog sie mit einem Sieg über die Mannheimerin Claudia Becker ein und bezwang dort Shirin Vollrath (Tauberbischofsheim). Im Halbfinale war jedoch gegen die spätere Siegerin Anna Hornischer beim 9:15 kein Kraut gewachsen.
Auf dem Weg ins Viertelfinale musste Stahlberg nie mehr als zehn Treffer hinnehmen, musste sich dann aber der späteren Finalistin Janna Reimer 13:15 geschlagen geben. Zuvor bezwang sie Vereinskameradin Florina Plachta 15:10.
Abigail Stech musste nach dem 32er-KO die Waffen niederlegen, Mészáros schied in der ersten KO-Runde aus.
Bronze gab es auch für die Damen im Teamwettbewerb. Plachta, Marx, Stech und Stahlberg waren von der Vorrunde befreit und hatten mit der Startgemeinschaft Krefeld / Heydt beim 45:22-Erfolg wenig Mühe. Im Halbfinale standen die Offenbacher dem OFC Bonn auf der Planche gegenüber. Obwohl die FCO-Damen nach vier Gefechten 20:17 in Führung lagen, mussten sie sich am Ende denkbar knapp 44:45 geschlagen geben. Im Duell um Plat drei ließen die Hessen dem WMTV Solingen beim 45:26 wieder keine Chance. Das erwartete Finalduell gegen Heidenheim blieb jedoch aus. Die Heidenheimer sicherten sich gegen Bonn den Titel.
Bei den Herren kam die Startgemeinschaft aus Offenbach und Frankfurt bis ins Finale. Nikolaus Bodoczi und Maximilian Mészáros standen gemeinsam mit Luis und Moritz Weitbrecht auf der Planche. In der Vorrunde bezwang das Quartett Bonn, Segeberg und Dortmund klar. In der KO-Runde siegten die Hessen zunächst gegen die Startgemeinschaft Esslingen / Kirchheim und anschließend gegen Hardheim-Höpfingen. Das Halbfinale gegen Leverkusen war für das Quartett um Bodoczi und Mészáros mit 45:33 eine klare Angelegenheit. Das Finale war dann an Dramatik nicht zu überbieten. Beim Stand von 44:44 setzte die Equipe aus Heidenheim den entscheidenden Treffer und verwies die Startgemeinschaft auf Rang zwei.