Ehre, wem Ehre gebührt – Hans Hubert für Lebenswerk geehrt

„Es kam für mich doch sehr überraschend. Aber wenn ich so drüber nachdenke, konnte die Wahl nur auf mich fallen.“ Die ersten Worte von Hans Hubert auf der Bühne der Sportlergala Offenbach 2012 zeigen treffend seinen Charakter. Seine charmante, aber doch bestimmende Art haben viele Offenbacher kennengelernt und ihn auch über die Grenzen Offenbachs hinaus bekannt gemacht. Da war es nun doch nicht so überraschend, dass der Ehrenpräsident des Fechtclubs für sein Lebenswerk von der Stadt ausgezeichnet wurde.
Seine Verdienste um den Fechtsport muss man nicht groß ausführen. Langjähriger Präsident des Fechtclubs und des Hessischen Fechtverbandes. Und auch beim Deutschen Fechtverband ist Hans Hubert kein unbekannter, zudem ist er Träger des Bundesverdienstkreuzes. Da war es nur angemessen, dass seine lange Weggefährtin und Freundin, Erica Dienstl, die Laudatio hielt. Und kaum jemand kennt die Offenbacher Fechtikone so wie die ehemalige Präsidentin des Deutschen Fecht-Verbandes. Dass Dienstl Präsidentin wurde, daran hatte Hans Hubert einen nicht kleinen Anteil. Und kaum eine könnte so viele Anekdoten zu seinem Leben erzählen wie sie. Doch für die größten Lacher des Abends sorgte Hans Hubert selbst. Mit seiner humorvollen Art konnte er es nicht lassen, die eine oder andere bissige Breitseite gen Bürgermeister und Politik zu schicken. „Nun wir hatten schon viele Bürgermeister, die schlechter waren – naja, nicht viele, aber wir hatten welche...“ Worte, die sich kaum einer wagt vor großem Publikum auszusprechen, Hubert schon. Dass hinter seinen Worten aber immer auch eine konstruktive Kritik und eine Weisheit oder Lebenserfahrung steht, das ist unanfechtbar. „Beim Verein und auch in der Politik gibt es große und kleine Zahnräder. Mit den großen meine ich jetzt die Vorstände usw., wichtig aber sind die kleinen, die Eltern, die Sportler! Die halten einem Verein am Leben und bringen die großen Zahnräder in Schwung“, sagte Hubert. Über sich selbst sagt er, dass er nicht so viel geleistet habe. Er habe es viel mehr verstanden, die Leute für ein Projekt zu begeistern. Und jeder der mit Hans Hubert zusammengearbeitet hat, hat sicherlich die Erfahrung gemacht, dass er Aufgaben übernommen und Projekte unterstützt hat, die er sich niemals hätte träumen lassen. Ohne das er es groß gemerkt hat – eine große Stärke von Hans Hubert. „Das funktioniert im Sport besser als in der Politik, weil die Sportler das schneller begreifen und nutzen“, konnte sich der FCO-Ehrenpräsident auch hier eine spitze Bemerkung als Seitenhieb nicht verkneifen.
Die Sportgala hatte aus Sicht der Fechter noch ein weiteres Highlight aufzubieten. Die Juniorinnen um Florina Plachta, Nadine Stahlberg, Abigail Stech und Benita Marx stellen die Mannschaft des Jahres. Nach dem 2002 bereits die A-Jugendmannschaft und 2003 die Mannschaft der Aktiven ausgezeichnet wurden, folgen nun die Juniorinnen. Als Deutsche Meister bei den Junioren und der A-Jugend eine folgerichtige Auszeichnung. Und ein Blick auf die deutsche Rangliste belegt die einmalige Stellung des Fechtclubs, insbesondere der Damen. Nadine Stahlberg und Abigail Stech führen bei den A-Junioren und auch bei den Junioren sind Stahlberg, Florina Plachta unter den Top fünf vertreten. In Hessen ist die Dominanz noch eindrucksvoller. Bei den Aktiven belegen die FCO-Damen die Plätze eins bis acht. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass nach der Nominierung für die Junioren- und Kadetten-EM, von der die Offenbacher mit zwei Silbermedaillen und einer Bronzemedaille wiederkamen, zur WM Anfang April in Moskau gleich wieder vier Offenbacher auf die Planche gehen.