Offenbach hat wieder eine Deutsche Meisterin (04.12.2012)

Einzeltitel an Nadine Stahlberg / Damen- und Herrenteam ebenfalls mit Titelgewinn

Ihre herausragende Form bestätigte die Degenfechterin Nadine Stahlberg in den vergangenen Wochen bereits auf zahlreichen Ranglisten-Turnieren. Jetzt wurde die Fechterin des FC Offenbach auch noch Deutsche Meisterin bei den Junioren – und das als eine der jüngsten im Starterfeld. Die 15-Jährige bezwang im Finale ihre Vereinskollegin Benita Marx. Mit den Plätzen drei und neun belegten mit Abigail Stech und Florina Plachta zwei weitere Offenbacherinnen Top-Ten-Platzierungen. Ebenfalls auf das Siegerpodest sprang der männliche Vertreter aus Offenbach, Nikolaus Bodoczi, mit dem Degen bei den Junioren Meisterschaften der Herren.
„Die Mädchen haben sehr souverän gefochten und in entscheidenden Momenten Nervenstärke und den Spürsinn für die jeweils richtige taktische Aktion bewiesen“, war FCO-Trainerin Christine Stoppel stolz auf ihre Schützlinge.
Die Damen gingen in Waldkirch auf die Planche. Aufgrund der Platzierungen im Laufe der Saison war Stahlberg bereits für die KO-Phase gesetzt. Mit souveränen Siegen qualifizierte sich die FCO-Fechterin für die Runde der letzten zwölf, traf hier zum ersten Mal auf ihre Vereinskameradin Benita Marx. Denkbar knapp behielt Stahlberg mit 15:14 die Oberhand. Mit Siegen über Kristin Werner und Jaqueline Huptas machte sie anschließend die Finalteilnahme perfekt. Im letzten Gefecht traf sie erneut auf Marx, siegte dieses Mal 15:9.
Marx hatte sich über den Hoffnungslauf und einem Sieg gegen die Offenbacherin Florina Plachta zurück ins Turnier gekämpft. „Es ist immer unangenehm gegen eine Vereinskameradin antreten zu müssen. Wir sind da aber alle sehr professionell und geben während den Gefechten alles“, beschrieb Benita Marx die Duelle mit anderen FCO-Fechtern. „Das Turnier war sehr anstrengend, aber man konzentriert sich einfach auf das, was einem die Trainerin sagt und versucht sein Potential auszuschöpfen“, ergänzte sie. Nach einem 15:14-Erfolg im Viertelfinale musste sie im Halbfinale erneut gegen eine Vereinskollegin ran. Abigail Stech stand ihr auf der Planche gegenüber, musste sich am Ende mit Platz drei zufrieden geben. Stech setzte sich zuvor gegen Ines Werner durch und nahm im Viertelfinale an Isabelle Walz Revanche für Plachta, die im 16er-KO gegen die Heidenheimerin 13:14 verlor.
Florina Plachta griff mit klaren Siegen im Hoffnungslauf über Janina Andersch und Stephanie Suhrbier wieder in das Wettkampfgeschehen ein, ehe sie in der Runde der letzten zwölf Athleten gegen Marx die Waffen niederlegen musste.
Die fünfte FCO-Akteurin, Inken Opiolka, qualifizierte sich mit fünf Siegen aus sechs Gefechten in der Vorrunde für die KO-Phase. Im 64er-KO blieb sie gegen Janna Reimer (OFC Bonn) beim 7:15 chancenlos und beendete das Turnier auf Rang 36.
Nadine Stahlberg baute mit dem Sieg nicht nur die Führung in der Damendegen-Rangliste der A-Jugend aus. Mit dem Sieg übernahm sie auch mit 41,8 Punkten die Führung in der Rangliste der Junioren von der vier Jahre älteren Leverkusenerin Stephanie Suhrbier (40,8 Punkte).
Nach den Ergebnissen vom Vortag ging der FC Offenbach als klarer Favorit in den Mannschaftswettbewerb. Benita Marx, Nadine Stahlberg, Abigail Stech und Florina Plachta wurden ihrer Favoritenrolle gerecht und dominierten im Viertelfinale die Startgemeinschaft aus Reutlingen und Ulm 45:23. „Im Moment stechen unsere Leistungen gegenüber den anderen Vereinen absolut heraus. Im Mannschaftswettbewerb konnte sich vor allem Florina als Start- und Schlussfechterin der Kämpfe sicher und topfit zeigen“, war Stoppel voll des Lobes. „Lediglich im Halbfinale mussten wir nach einem durchwachsenen Kampf in den Sudden Death gegen Tauberbischofsheim, diesen konnte aber Florina für uns entscheiden“, kommentierte die FCO-Trainern das Halbfinale. Im Finale triumphierten die Offenbacherinnen über den Heidenheimer SB 45:37.
Die Deutsche Junioren-Meisterschaften im Herrendegen wurden zeitgleich in Esslingen ausgetragen. Für Offenbach ging Nikolaus Bodoczi an den Start. Von der Vorrunde befreit war Bodoczi souverän bis in die Runde der letzten zwölf Fechter gelangt, kassierte in keinem Gefecht bis dahin mehr als elf Gegentreffer. Nach dem der Offenbacher gegen Jens Kientzle (SV Böblingen) knapp mit 15:14 erfolgreich war, setzte er sich im Viertelfinale gegen den Leverkusener Rober Kreißlein 15:12 durch. „Ich habe mich durch taktisches Fehlverhalten selbst geschlagen“, kommentierte ein sichtlich angefressener und ehrgeiziger Nikolaus Bodoczi die 11:15-Halbfinalniederlage gegen den Lokalmatadoren Rico Leiser. In der Endabrechnung belegte Bodoczi Platz drei.
Besser machte es der Offenbacher am Sonntag im Teamwettkampf. Mit Moritz-Arnim Weitbrecht und Reinhard Weidlich bildete Bodoczi die Startgemeinschaft Frankfurt / Offenbach.  Drei Siege in der Vorrunde ließen die Hessen ein klares Gefecht gegen das Team Sachsen im Achtelfinale folgen. Esslingen war beim 45:15-Viertelfinalsieg der Offenbacher ebenso chancenlos. Ein knapper 45:41-Erfolg gegen Böblingen sicherte der Startgemeinschaft die Finalteilnahme. Das Prestigeduell gegen Tauberbischofsheim dominierten Bodoczi und Kollegen, sicherten sich mit 45:33 den Titel. „Niederlagen muss man abhaken. Am Sonntag habe ich so gut gefochten wie schon lange nicht mehr“, war Bodoczi mit seiner persönlichen Leistung am zweiten Wettkampftag zufrieden, sparte aber auch nicht mit Lob für seine Mitstreiter: „Mein Kollegen waren auch sehr stark und so haben wir zu keiner Minute etwas anbrennen lassen und allen gezeigt, wo der Hammer hängt!“